Traditionsreiche Speisegaststätte eröffnet
wieder -
Zweijährige aufwändige Sanierung abgeschlossen Drei Jahre ist es her, dass das traditionsreiche Hotel
zum Schlachthof seine Pforten schloss. Die damaligen Betreiber
der beliebten Speisegaststätte, Hans C. Lennartz und
seine Frau Christa, hatten nach vielen Jahren altersbedingt
diesen für sie schweren Entschluss gefasst. Und in
Klaus Käfer und Gabriele Karcher Käufer für
ihr großes Haus gefunden. "Das war für uns keine Frage, als wir die Möglichkeit
geboten bekamen. Es war und ist ein Traumhaus, idyllische
Lage an der Brigach, nahe zur Innenstadt mit vielen Möglichkeiten",
erinnert sich Gabriele Karcher an diese Zeit. Dass eine
Menge Arbeit auf sie zukommen würde, war den beiden
von Anfang an klar. Nicht jedoch das, was schließlich
nach zweieinhalb Jahren Bautätigkeit dabei herauskam. "Ich
hatte so eine vage Idee, hier Räume für Veranstaltungen
zu vermieten. Die Entscheidung, die Tradition der Familie
Lennartz hinsichtlich der Wirtschaft fortzuführen,
fiel jedoch erst Mitte letzten Jahres", verdeutlicht
Klaus Käfer die Tatsache, dass hier in Zukunft wieder
eine Speisegaststätte die Gastronomieszene der Stadt
bereichern wird. Doch der Weg dahin war alles andere als
einfach. Manchmal, so schränkt Gabriele Karcher ein,
sei der Traum fast zu einem Albtraum geworden. Jede freie Minute steckten die beiden in ihr "Traumhaus",
vieles wurde in Eigenarbeit saniert und restauriert, angefangen
vom komplett neuen Dach über die ursprünglichen
Hotelzimmer, die zu kleinen Wohnungen umgebaut wurden,
bis hin zu den alten Tischen der Wirtschaft, die teils
aufwändig restauriert wurden. Und hierbei vergisst
Klaus Käfer nicht die Nachbarschaft zu erwähnen,
die immer mit großem Interesse verfolgt habe, was
im und am Haus passierte. "Da gab es viel Toleranz,
wenn es laut zuging oder sonntags mal gesägt wurde",
erinnert er sich. Im September letzten Jahres zogen die
beiden schließlich mit ihren Kindern selbst ins Haus,
dessen mittleres Geschoss sie zu einer Wohnung ausgebaut
haben. Im November dann ging es an den alten Gaststätten-
und Küchentrakt. Anhand alter Fotos und Postkarten
entschied man sich für eine Renovierung, die den ursprünglichen
Charakter des Hauses, das erstmals im Jahr 1908 seine Pforten öffnete,
wieder herstellen sollte. So wurde der alte Eingang zur
Schlachthofstraße, der lange nicht mehr genutzt worden
war, erneuert und ist nun der Hauptzugang zur Wirtschaft.
Innen wurde so viel wie möglich im alten Stil hergerichtet. "Wir
haben die Fenster restauriert und belassen wie sie waren,
ebenso die Heizkörper sowie einen Teil des Holzbodens,
den wir aufwändig gerichtet haben", erzählt
Gabriele Karcher. Die ehemaligen Faltwände, mit denen
man den Gastraum in drei Teile trennen konnte, wurden entfernt
und dafür eine große Flügelklapptüre
installiert, die zwei getrennt nutzbare Räume ermöglicht. "Solch
eine Türe gab es auch schon Anfang des letzten Jahrhunderts,
die wollten wir wieder in diesem Stil haben", so Käfer.
Nebeneffekt dieser Maßnahme ist, dass man nun einen
separaten Nichtraucherbereich hat, der für Familienfeiern
und Jubiläen jedoch auch geöffnet und zu einem
großen Raum erweitert werden kann. Doch was macht eine Speisegaststätte aus? Die Küche.
Und hier hat man, davon ist Klaus Käfer überzeugt,
personell einen absoluten Fachmann gefunden. Dietmar Weiss
war zehn Jahre lang als Chefkoch im Kapuzinerhof tätig
und wird künftig die Gäste mit deutscher Küche
und regionalen Spezialitäten verwöhnen. Am morgigen
Sonntag kann man zwischen 11.30 Uhr und Mitternacht erstmals
ganz offiziell das Ambiente der "Wirtschaft zum Schlachthof" genießen.
Von Uwe Spille
Südkurier, 23.09.2006
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